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Stadtbild und Architektur

Genossenschaftsbebauung


Das Stadtbild der Schuntersiedlung wird geprägt durch die Mehrfamilienhäuser der → Braunschweiger Baugenossenschaft (BBG), die nahezu lückenlos den Kern der Siedlung ausmachen. Die BBG unterhält dort 309 Häuser mit 766 Wohnungen. Es sind zweistöckige Häuser, meistens Doppelhäuser sowie einige Reihenhäuser. Erbaut 1937 bis 1938 waren sie als Wohnraum für Rüstungsarbeiter vorgesehen, die damals zahlreich für das neu aufgebaute Flugmotorenwerk der Nimo nach Braunschweig zogen (siehe Kapitel "Die Entstehung der Schuntersiedlung"). Die Wohnungen waren dementsprechend klein (zwei oder vier Zimmer, 50 bis 60 m²). Bei den Doppelhäusern hatte damals jede Haushälfte zwei Wohnungen, die von einem Treppenhaus erreichbar waren. Das gemeinsame Badezimmer war im Keller. Die Dachböden wurden in der Nachkriegszeit ebenfalls als Wohnraum ausgebaut.


Genossenschaftshäuser Genossenschaftshäuser
Genossenschaftshäuser in der Wilhelmshavener Straße.   Genossenschaftshäuser Helgolandstraße / Lübeckstraße.

Heute werden die beiden Wohnungen einer Haushälfte vielfach von der BBG zu einer Wohneinheit zusammengelegt, so dass großzügige Wohnungen entstehen, die dem heutigen Flächenbedarf - vor allem von Familien - entsprechen.


Die Häuser sind entsprechend ihrem damaligen Zweck schlicht, aber funktional ausgeführt. Um Eintönigkeit zu vermeiden, gibt es verschiedene sich abwechselnde Varianten mit Eingängen vorne, an der Seite und auf der Rückseite. Zur Verringerung des Heizenergieverbrauchs werden die Häuser systematisch von der BBG mit modernen Wärmedämmungen ausgestattet, wobei auf die Erhaltung des typischen Charakters der Häuser geachtet wird. So werden die Haustüren beim Ersatz mit ihren charakteristischen Fenstern nachgebildet.


Renovierte Genossenschaftshäuser Renovierung
Renovierte Genossenschaftshäuser in der Kieler Straße.   Renovierung in der Riekestraße.

Reihenhäuser in der Helgolandstraße
Reihenhäuser in der Helgolandstraße.

Das einheitliche Bild der von der BBG zentral geplanten Gestaltung der Häuser ändert sich im östlichen Teil der Schuntersiedlung an der Helgolandstraße. Die östlich davon gelegenen Reihenhäuser gehören nicht mehr zur BBG. Entsprechend der Vielzahl der Besitzer lässt sich an ihnen die Vielfalt der individuellen Vorstellungen von Außengestaltungen ablesen.


Die ursprünglich zur Selbstversorgung gedachten, großzügigen Gärten gehören heute zu den wertvollsten Merkmalen der Schuntersiedlung. Sie ermöglichen ein idyllisches Wohnen im Grünen sowie ungestörtes Spiel- und Gartenleben besonders für Kinder. Zur Erleichterung des Gartenzuganges werden die Wohnungen auf Wunsch mit Glastüren und Treppen ausgestattet, so dass man von Küche oder Esszimmer direkt in den Garten gelangt.


Gärten Gärten

Weitere Bebauung


Einfamilienhäuser
Einfamilienhäuser an der Steinhorstwiese.

Die Schuntersiedlung wurde an den Rändern durch Einzelbebauung erweitert. Zahlreiche Einfamilienhäuser an der Steinhorstwiese, im Syltweg, an der südlichen Helgolandstraße sowie am Butterberg ergänzen das Bild des Stadtteils. Die Palette reicht hier vom einfachen Neckermannhaus in Holzständerbauweise mit Beplankung aus Faserzementplatten bis zu großzügigen Villen mit parkartigen Gärten, die sich zur Mittelriede hin erstrecken. Das Baudatum dieser Häuser ist sehr unterschiedlich. Es reicht vom ersten Haus der Schuntersiedlung, das bereits 1934 an der Steinhorstwiese erbaut wurde (heute Syltweg), über die 1950er Jahre (Butterberg), einem Schwerpunkt in den 1970er und 1980er Jahren bis in die heutige Zeit. Eine letzte Lücke an der Steinhorstwiese wurde noch 2004 mit einem Einfamilienhaus geschlossen.


Mehrgeschossige Bebauung am Bienroder Weg
Mehrgeschossige Bebauung am Bienroder Weg.

Dass es sich noch um ein relativ zentrumsnahes Gebiet handelt, in dem auch große Wohneinheiten ihre Mieter finden, erkennt man an den siebenstöckigen Mehrfamilienhäusern, die auf der östlichen Seite des Bienroder Wegs auf dem Gelände der stillgelegten Gärtnerei Oppelt errichtet wurden.


Standort der letzten Gaslaterne Braunschweigs
Standort der letzten Gaslaterne Braunschweigs im Syltweg.



Eine stadtarchitektonische Besonderheit findet sich am nördlichen Ende des Syltwegs: Am 26.2.1973 wurde hier die letzte Gaslaterne Braunschweigs gegen eine elektrische Leuchte ausgetauscht.


Der Tostmannplatz


Tostmannplatz

Das Zentrum der Schuntersiedlung ist der Tostmannplatz, benannt nach dem langjährigen Geschäftsführer der Braunschweiger Baugenossenschaft. Am Schnittpunkt der Haupterschließungsstraßen Bienroder Weg, Mergesstraße und Riekestraße ist er Treffpunkt, Ruhepunkt und geschäftlicher Mittelpunkt der Schuntersiedlung. Neben Geschäften und Arztpraxen wird er flankiert von der Dankeskirche sowie der Grund- und Hauptschule.


Im Jahre 2005 wurde er grundlegend renoviert und neugestaltet. Mit freundlicher, hellgelber Bepflasterung sowie einer Holztribüne bietet er eine angenehme Umgebung für Jung und Alt und ist Schauplatz für Veranstaltungen. Ein Schild an der Hauswand erinnert an die Gründung der Schuntersiedlung 1937.


Tostmannplatz Erinnerungsschild 50 Jahre Schuntersiedlung

Baudenkmale


Schon beim Bau der Schuntersiedlung wurden die Häuser am Tostmannplatz (damals Skagerakplatz) mit einer besonderen Gestaltung versehen. Sie sind mit einem Scheinfachwerk versehen, das den Häusern westlich und östlich des Tostmannplatzes ein einheitliches und charakteristisches Erscheinungsbild gibt. Mit dem angedeuteten Fachwerk sollte gemäß der nationalsozialistischen Stadtraumplanung die Verbundenheit mit Norddeutschland hervorgehoben werden. Mi einer gleichen Fassade wurde der Reichsjägerhof in der Buchhorst ausgestattet, der heute einen Behindertenkindergarten und das Waldforum beherbergt, siehe Foto unten.


Tostmannplatz 1-4 Ehemaliger Reichsjägerhof
Denkmalgeschützte Häuser Tostmannplatz 1-4, Stand 2007. Inzwischen existiert das Restaurant nicht mehr, der Baum steht auch nicht mehr und wurde durch einen neuen, jungen ersetzt... Ehemaliger Reichsjägerhof in der Buchhorst.

Die so ausgestatteten Reihen-Wohn- und Geschäftshäuser direkt am Tostmannplatz, also westlich des Bienroder Wegs, sind unter Denkmalschutz gestellt worden: Tostmannplatz 1 bis 4.


Spielplätze


Es gibt einige Spielplätze in der Schuntersiedlung, teilweise zu den Genossenschaftshäusern zugehörig. Das Angebot ist relativ klein. Die Gärten und Freiflächen sowie die Landschaft rundum die Schuntersiedlung bieten jedoch mehr als ausreichenden Freiraum für Kinder. Gut angenommen wird der Bolzplatz am Heinrich-Jasper-Haus. Ein größerer, auch für etwas ältere Kinder gut ausgestatteter Spielplatz findet sich außerdem nicht weit entfernt in der Michelfelder Siedlung an der Freifläche vor den Studentenwohnheimen.


Test der Wohnqualität durch die Braunschweiger Zeitung


2005 hat die → Braunschweiger Zeitung die Wohnqualität aller 41 Braunschweiger Stadtteile getestet. Die Schunteraue kam dabei mit 140 Punkten auf Platz 8. Die beste Wohnqualität wurde in der Innenstadt festgestellt (197 Punkte). Die Einzelwertung sah für die Schuntersiedlung wie folgt aus:


• Schulen und Kindergärten:6 von 6 Sonnen
• Wohnen und Einkaufen:4 von 6 Sonnen
• Gesundheit:3 von 6 Sonnen
• Verkehr und Sicherheit:4 von 6 Sonnen
• Freizeit:5 von 6 Sonnen

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